Kemberg - Neujahrsempfang 2026

In gewohnt lockerer Atmosphäre fanden sich am Freitagabend, den 23. Januar 2026, etwa 150 Gäste zum nunmehr 13. Neujahrsempfang des Bürgermeisters der Stadt Kemberg ein. Der Saal des Hauses der Vereine war deutlich mehr gefüllt als in den Vorjahren. Erschienen waren Vertreter aus Politik und Wirtschaft, von Vereinen und Organisationen, Mitarbeiter der Stadt und interessierte Bürgerinnen und Bürger aus den Ortsteilen der Stadt. In diesem Jahr stellten sich zu Beginn Eutzsch und Pannigkau vor, die Schwerpunkte lagen auf den Feuerwehren, dem Sportverein und dem Heimatverein mit Fastnachtsgruppe. Vor allem letztere sorgte mit ihrem unwiderstehlichen Charme beim Auftritt für Heiterkeit.

Gleich darauf wurde es ernst. Der Kemberger Bürgermeister Torsten Seelig hatte seinen Jahresrückblick unter das Shakespeare-Zitat „Unser Schicksal hängt nicht von den Sternen ab, sondern von unserem Handeln“ gestellt. Und ein dramatisches Ereignis beim Osterfeuer 2025 hatte genau dies gezeigt. Ein Fünfjähriger war in eine lebensbedrohliche Situation geraten. Mit Christin Reitzig, Berthold Pohle und Michael Menzel waren drei Ersthelfer sofort zur Stelle und stabilisierten den Jungen, bis der Notarzt und weitere Rettungskräfte eintrafen. Heute gehe es ihm wieder gut, sagte ein sichtlich bewegter Bürgermeister, der ein Grußwort der Mutter des Kindes verlas und den drei Ersthelfern die Ehrenurkunde der Stadt überreichte.

Von Herzen kommende Glückwünsche gab es danach für die Leichtathletin Tessa Lange aus Melzwig. Die 19-Jährige hatte 2025 bei den Olympischen Spielen der Gehörlosen vier Medaillen erkämpft und wurde von der Deutschen Sporthilfe zur „Sportlerin des Monats November 2025“ gewählt. „Wir wünschen ihr für die kommenden Wettkämpfe weiterhin viel Erfolg“, so Torsten Seelig.

Der weitere Rückblick des Bürgermeisters auf das Jahr 2025 zeigte, dass viel erreicht wurde. Neben der lange erwarteten Einweihung der Turnhalle in Bergwitz wurden erhebliche Summen in die Feuerwehr-Gerätehäuser Radis und Dabrun investiert sowie Begegnungsstätten in Uthausen und Radis um- bzw. neugebaut. Mit Jubel aufgenommen wurde die Bewilligung des Sanierungsbeginns des Dorfgemeinschaftshauses Globig, und auch die Sanierung der Friedhofskapelle Kemberg kann begonnen werden. Das im Plan befindliche Haushaltsdefizit für 2026 ist auf 4,8 Millionen Euro angewachsen. Angesichts geringerer Einnahmen über Gewerbesteuern und Schlüsselzuweisungen „mache ich mir schon so meine Gedanken“, befand der Bürgermeister. „Aber seit gestern haben wir eine Genehmigung für den Haushalt.“ Der Gehweg Kemberg-Bergwitz steht unter anderem ebenso im Plan wie der Ausbau der Grundschulen Bergwitz und Dabrun für Ganztagsbetreuung sowie die Beschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeugs für Kemberg. Eine gute Nachricht angesichts vieler Zahlen gab es aber doch. „Ich hätte jede Wette verloren, wäre es darum gegangen, ob von dem Milliarden-Paket der Investitionsoffensive des Bundes etwas in unserer Stadt ankommt. Aber ich habe gern falsch gelegen.“ Knapp über sechs Millionen Euro wurden der Stadt zugesprochen, die wohl kombinierbar mit weiteren Fördermitteln sind. „Ich würde daraus gern zwölf machen“, kündigte Torsten Seelig an. Noch eine positive Meldung kam wenig später: Der Deichbau in Wartenburg geht weiter.

Der Bürgermeister dankte den vielen Ehrenamtlichen in der Stadt, angefangen bei den 19 freiwilligen Feuerwehren mit zusammen 361 Aktiven, die im Vorjahr zu 120 Einsätzen ausrückten, mit sieben Jugend- und vier Kinderfeuerwehren. Dank desweiteren den Stadt- und Ortschaftsräten, Mitgliedern in vielen Vereinen sowie Helfern, die konstruktiv das Gedeihen des gesellschaftlichen Miteinanders befördern, jedes Jahr Feste und Jubiläen auf die Beine stellen und so den Zusammenhalt wachsen lassen. Sorgen mache er sich angesichts stark gesunkener Geburtenzahlen. 2025 wurden in der Stadt nur noch 27 Kinder geboren, das sind 21 weniger als im Vorjahr. Und auch das Problem des Hausärztemangels ärgere ihn, da es trotz vieler Gespräche noch nicht gelöst sei.

Weiterer Dank von Torsten Seelig ging an alle Bedienstete der Stadt, die Erzieherinnen und Erzieher in den Kindereinrichtungen, Verwaltungsangestellte, technische Kräfte, den gesamten Bauhof sowie alle Unternehmen, Bau- und Handwerkerfirmen, die in der Stadt tätig waren und noch sind. Nach dem reichhaltigen Büfett, dargeboten von Ratskeller-Wirt Siegmar Thiele und seinem Team, gab es Zeit und Gelegenheit für Gespräche. Und die wurde ausgiebig genutzt.