Berühmte Persönlichkeiten

Richard Bartmuß

(* 23. Dezember 1859 in Schleesen; † 25. Dezember 1910 in Dessau) war ein deutscher Komponist und Organist.

Der in der Musikwelt hochgeschätzte Richard Bartmuß wurde bereits in seiner Kindheit musikalisch gefördert und prägte das Musikleben in Schleesen und Umgebung als Organist mit seinen vorzüglichen Bachinterpretationen. 1882 zum Organisten der Schlosskirche St. Marien in Dessau bestellt, schuf er zahlreiche liturgische Kompositionen, Sonaten und Orgelwerke, die ihn seinerzeit überregional bekannt machten.


Bartholomäus Bernhardi

Bartholomäus Bernhardi (* 24. August 1487 in Schlins; † 21. Juli 1551 in Kemberg) war ein lutherischer Theologe und Reformator. Am 24. August 1521 vermählte er sich in Kemberg, trotz seines Priestergelübdes vermutlich mit der Kembergerin Gertraude Pannier (*1495). Die Hochzeit erregte damals die Gemüter und Bernhardi musste seinen Schritt zur Ehe öffentlich verteidigen.


Bodo von Bodenhausen

Er erhielt eine anhaltische Genehmigung zur Führung des Freiherrentitels für Bodo von Bodenhausen auf Radis, herzoglich anhaltischer Kammerherr. Dies erfolgte am 1. Mai 1875. Bodo Freiherr von Bodenhausen (* 29. Juni 1860 in Dessau; † 30. Juli 1911 in Schierke) war ein deutscher Verwaltungsbeamter und Rittergutsbesitzer.


Andreas Rudolf Bodenstein, genannt Karlstadt

(*1486 in Karlstadt; † 24. Dezember 1541 in Basel)

Er war ein deutscher Reformator des 16. Jahrhunderts, Doktorvater Luthers und lebte einige Jahre (um 1525) in Bergwitz und Kemberg.


Ernst Florens Friedrich Chladni

Bekannt ist Chladni (geb. 30.11.1756 in Wittenberg, verst. 03.04.1827 in Breslau) für seine Arbeiten, welche die Akustik begründeten. So veröffentlichte er 1787 erste wegweisende Erkenntnisse darüber, dass auf mit Sand bestreuten dünnen Platten Muster bzw. (Knoten-)linien entsehen, wenn man diese in Schwingungen versetzt. Diese werden nach ihm als Chladnische Klangfiguren bezeichnet. In einem 1796 erschienenen Werk beschrieb Chladni die Longitudinalschwingungen der Saiten und Stäbe, bei denen die Schwingungen nicht quer zu den Saiten und Stäben erfolgen, sondern in deren Längsrichtung. Der Mondkrater Chladni und der Asteroid (5053) Chladni sind nach ihm benannt. Nach der Zerstörung seines Wohnsitzes in Wittenberg während der Napoleonischen Kriege 1813/14 nimmt Chladni seinen Wohnsitz in Kemberg, bricht von hier zu seinen Reisen auf und verstirbt während einer Tour in Breslau (Schlesien).





Gottfried Fähse, klassischer Philologe und Pädagoge

(geb. am 24.8.1764 in Schleesen - gest. am 29.5.1831 in Jüterbog)

Das Pierer's Universal-Lexikon gibt an, dass Gottfried Fähse 1764 in Radis bei Wittenberg geboren wurde.


Johann Gottfried Galle, Astronom und Wissenschaftler

(geb. am 9.6.1812 im Pabsthaus - gest. am 10.7.1910 in Potsdam)

Johann Gottfried Galle war Astronom und entdeckte mit Hilfe des Fraunhofer Refraktors den Planeten Neptun.

Während seiner erfolgreichen Laufbahn als Wissenschaftler, Rektor und Lehrer, schrieb er Fachliteratur zu Themen wie Bestimmung der Sonnenparallaxe, Ergänzung zum Kometenverzeichnis und anderen astronomischen Spezialgebieten, sowie auch zur Klimaforschung, Erdmagnetismus, Wettervorhersage und Normalzeit.

Er verstarb in Potsdam an den Folgen eines Verkehrsunfalls.

Die Radiser und ihre Gäste ehrten und ehren Galle mit vielfältigen Aktivitäten, u.a. durch Veranstaltungen mit bekannten Persönlichkeiten und Wissenschaftlern des Leibnitz-Institutes für Astrophysik, Potsdam und auch des Radiser Heimatvereins.

Auf dem Anger in der Dorfmitte erinnert ein Gedenkstein an sein Lebenswerk.


Balthasar Geyder, Autor und Theologe

(geb. am 8.3.1681 in Nördlingen - gest. am 4.7.1767 in Radis)

Nach seinem Studium an der Universität Wittenberg übernahm Balthasar Geyder im Jahr 1710 die Gemeinden Radis, Uthausen und Schleesen. Er betreute sie mit großem Erfolg bis zu seinem Lebensende.


Wilhelm Traugott Krug, Philosoph

(geb. am 22.6.1770 in Radis - gest. am 12.1.1842 in Leipzig)

Er war Professor für Philosophie an den Universitäten in Wittenberg, Frankfurt/Oder, Königsberg/Kaliningrad und späterer Rektor und Dekan an der phil. Fakultät der Universität Leipzig. Dort ist er auf dem Alten Leipziger Johannesfriedhof beerdigt.

Krug ist der 16. von 82 Ehrenbürgern der Stadt Leipzig. Er erhielt diese Würde auf Grund seines 50-jährigen Magisterjubiläums am 17.10.1841.


Ernestine Christine Reiske

Sie las viel über philosophische Themen, beschäftigte sich mit Genealogie und spielte auf dem Klavier. In ihren jüngeren Jahren schlug sie mehrere Heiratsanträge aus, um schließlich am 23. Juli 1764 den 20 Jahre älteren Gelehrten Johann Jacob Reiske zu heiraten. Sie war der alten Sprachen Griechisch und Latein mächtig. Als Witwe betätigte sie sich als Verlegerin ihres Mannes und bewies auch als Landwirtin in Bornum am elm ein ökonomisches Talent. Sie stellte für ihre Zeitgenossen das Idealbild einer klugen und gelehrten Frau dar.


Ambrosius Rhode (Rhodius)

(geb. 18.08.1577 in Kemberg, gest. 24.08.1633 in Wittenberg)

Mathematiker, Mitarbeiter Tycho Brahes in Prag, Professor in Wittenberg, Verfasser zahlreicher Schriften, Begründer des "Rhodischen Röhrwassers in Wittenberg".


Ambrosius Rhodius

(geb. 10.11.1605 in Kemberg, gest. 27.12.1696 in Kemberg)

Ein weiterer Ambrosius Rhodius wurde von seinem Onkel Rhode (Rhodius) in Wittenberg unterrichtet;  später Mathematiker und Arzt, u.a. Professor in Christiana (heute Oslo).


Friedrich-Werner Graf von der Schulenburg

(* 20. November 1875 in Kemberg; † 10. November 1944 in Berlin-Plötzensee)

Er war ein deutscher Diplomat und Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944. Am Geburtshaus in Kemberg, Kreuzstraße 12, erinnert eine Tafel.


Eine etwas andere "Persönlichkeit"...

Fliethbach ∼ Lebensader

Einen großen Anteil hat das Kemberger Flieth (auch Fliethbach genannt) mit seinen zubringenden Bächen, die aus der südlichen Dübener Heide (Umgebung von Reinharz) kommen im Stadtgeschehen. Lebensader über viele Jahrhunderte. Im Gebiet der Dübener Heide wurden ehemals eine Vielzahl von Wassermühlen (u. a. Gaßmühle, Kapphahnsmühle, Grubels Mühle, Pannewitzer Mühle, Gottwaldsmühle, Sackwitzer Mühle (jetzt Hotel), Rote Mühle, Heidemühle) angetrieben. Dazu wurden in einigen Fällen Stauteiche angelegt.

Zwischen Wörlitz und Vockerode mündet er in den sogenannten Riß und dann in die Elbe.

„Der Herr Bürgermeister gibt bekannt, dass am Mittwoch Bier gebraut werden wird und deshalb ab Dienstag nicht mehr in den Bach geschissen werden darf!”


Pröpste in Kemberg

Nikolaus von Riesenburg

(† 6. Juni 1397 Burg Mürau)

Er war (zuletzt) Bischof von Konstanz und Bischof von Olmütz und hatte von 1355 bis wahrscheinlich 1385 die Propstei Kemberg inne. Er zeichnete die von ihm ausgestellten Kaiserurkunden mit „Nicolaus, camericensis prepositus”. Camericensis ist eine alte latinisierte Schreibweise von Kemberg. Es soll mehr als 300 dieser entsprechenden Urkunden geben.

Matthias Wankel

Propst und Superintendent in Kemberg von 1552 bis 1571, Stammvater unter anderem des Erfinders des „Wankel-Motors”.

Wolfgang Franz

Propst und Superintendent in Kemberg von 1601 bis 1605

Jeremias Spiegel

Propst und Superintendent in Kemberg von 1617 bis 1637, Mitverfasser einer bedeutenden Lateinischen Grammatik.

Hieronymus Dathe

Propst und Superintendent in Kemberg von 1694 bis 1702

Johann Heinrich Feustking

Propst und Superintendent in Kemberg von 1702 bis 1706

August Müller

Propst und Superintendant in Kemberg von 1716 bis 1749, Vater von Ernestine Christine Reiske

Gottlieb Müller

Propst und Superintendent in kemberg von 1749 bis 1793, Bruder von Ernestine Christine Reiske, Verfasser zahlreicher Schriften und Abhandlungen.

Johann Gottlieb Drasdo

Propst und Superintendent in Kemberg von 1794 bis 1819

Carl Emanuel Nitzsch

Propst und Superintendent in Kemberg von 1820 bis 1822, Verfasser zahlreicher Schriften

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